Freisprüche im Fall um angeblich verfütterten Bauern
25.02.2011 - Donaukurier
In einem der bizarrsten Kriminalfälle der vergangenen Jahre sind alle Beschuldigten freigesprochen worden. Sie hatten bereits Haftstrafen abgesessen, weil sie einen Bauern getötet und dann an ihre Hunde und Schweine verfüttert haben sollten.
Das Gericht sah nun keine hinreichenden Beweise für die Vermutung der Staatsanwaltschaft, die angeklagte Witwe des Toten, Hermine R., und der Ex-Freund ihrer Tochter, Matthias E., könnten den Mann dennoch getötet und dann aber mit seinem Auto in den Fluss gerollt haben. Die Anklage hatte auch in der Wiederaufnahme für die beiden Hauptbeschuldigten eine Verurteilung wegen Totschlags gefordert und auf siebeneinhalb Jahre Haft plädiert.
Das Gericht zeigte sich aber trotz der Freisprüche überzeugt, dass einer oder mehrere der Beschuldigten den Tod des als Tyrann geltenden Landwirts verursacht habe. Einen Unfall des 52-jährigen schloss die Kammer ebenso wie einen Selbstmord aus. Es lasse sich aber nicht beweisen, wer für den Tod verantwortlich ist und wie es dazu gekommen sei.
Rudolf R. war im Herbst 2001 nach einem Wirtshausbesuch verschwunden. 2005 verurteilte das Landgericht Ingolstadt die Bäuerin und Matthias E. wegen Totschlags zu achteinhalb Jahren Haft, die mitangeklagten beiden Töchter erhielten wegen Beihilfe durch Unterlassen zweieinhalb und dreieinhalb Jahre.
Das Ingolstädter Gericht war auch auf Grundlage von Geständnissen der Beschuldigten zu dem Schluss gekommen, dass die vier den Bauern erschlagen, zerstückelt und danach an die Hunde und Schweine auf dem Hof verfüttert hätten. Nach Auffassung der Verteidiger konnten die als geistig minderbemittelt eingestuften Beschuldigten dem Druck der Vernehmungen nicht stand halten, weshalb es zu den falschen Geständnissen kam. Vor zwei Jahren wurde dann die sterblichen Überreste des Landwirts zufällig in der Donau gefunden.
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Landshut (AFP)
Quelle: Donaukurier
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