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Raub im Rotlichtmilieu: Gericht will mehr über Spürhund wissen

13.10.2011 - Augsburger Allgemeine

Der Prozess um einen Raub im Rotlichtmilieu wurde ausgesetzt. Der Fall muss neu aufgerollt werden.

Der Prozess vor der 3. Strafkammer beim Landgericht um einen Raubüberfall im Bordellmilieu ist gestern ausgesetzt worden. Er muss neu aufgerollt werden. Wie berichtet, ist ein 33-jähriger Mann angeklagt, im September 2010 die Geldbotin eines Bordellbetreibers in einer Dirnenwohnung in der Landsberger Straße in Haunstetten überfallen und ihr 3550 Euro geraubt zu haben. Mit auf der Anklagebank sitzt eine 26 Jahre alte Prostituierte, die ihm geholfen haben soll.
 
Ein wichtiges Indiz für die Staatsanwaltschaft ist ein Jutesack, die der maskierte Täter dem Opfer über den Kopf gezogen hatte. Ein speziell ausgebildeter Spürhund der Polizei hatte bei einem Experiment Monate später eine Duftspur auf dem Kartoffelsack aufgenommen und diese etwa 250 Meter bis zu dem Angeklagten verfolgt. Die Verteidiger des Mannes, Bernd Scharinger und Florian Engert, zweifeln allerdings den Einsatz des sogenannten Mantrailing-Hundes an.

Gestern am dritten Prozesstag folgte die Kammer unter Vorsitz von Richter Karl-Heinz Haeusler verschiedenen Beweisanträgen der beiden Anwälte, um diverse Gutachten einzuholen. Vor allem sollen eine Hautärztin und ein Tiermediziner als Sachverständige zu der Frage Stellung nehmen, wie lange Spuren, zum Beispiel menschliche Hautpartikel, überhaupt haltbar sind und welche Aussagekraft der Einsatz eines Mantrailing-Spürhundes hat. Da die Methode relativ neu ist, gibt es bislang noch wenig wissenschaftliches Material. Der Prozess wird voraussichtlich erst im kommenden Jahr neu angesetzt werden.

 

Von Klaus Utzni

 

Quelle: Augsburger Allgemeine